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Energiewende mit der KUMS - Auf gutem Weg in die kommunale Fernwärme

Im Oktober 2015 wurde daher ein Letter of Intent unterzeichnet. Zweck dieser Zusammenarbeitserklärung war es, herauszufinden, unter welchen Bedingungen Bayernwerk die Fernwärme in das Markt Schwabener Netz einspeisen könnte
Temporäre Heizzentrale am Habererweg
Fernwärmeleitungen Stand 2015

  

Energiewende mit der KUMS - Auf gutem Weg in die kommunale Fernwärme

Für die Fernwärme ist eine attraktive Lösung in Sicht.

Rückblende:

Seit ihrer Gründung im Februar 2014 hat das KUMS, mit den Vorständen Martha Biberger und Bernhard Wagner, turbulente Zeiten erlebt. Ein Gutachten der Firma Erdwerk zeigte auf, dass ausgerechnet die Marktgemeinde in einem Landschaftsbereich liegt, der Temperaturanomalien aufzeigt. Während es im westlichen Umland Wasservorräte mit bis zu 95° Grad gibt, kann man in Markt Schwaben nur mit Temperaturen zwischen 68° und 73° Grad rechnen. Der Traum vieler Bürger, Fernwärme aus der Tiefe, gespeist aus eigener Geothermie, wurde damit fraglich und riskant. Eine zusätzliche Energiequelle, wie zum Beispiel ein Biomasseheizwerk wäre erforderlich, ließe aber die Kosten explodieren. Zielvorgabe bleibt die Fernwärme aus erneuerbaren Energien.

Im Jahr 2015:

Während im Ortskern das Fernwärme­netz weiter wächst, keimte neue Hoff­nung für Fernwärme aus Geothermie auf. In der Nachbargemeinde Poing versorgt die Bayernwerk Natur GmbH bereits ganze Ortsteile mit Fernwärme aus dieser Quelle. Das Unternehmen denkt über eine neue Bohrung nach, nur 3,5 km von Markt Schwaben entfernt. Der Königsweg könnte eine Kooperation sein, so hofften die Vorstände: „Eine finanzielle Beteiligung an der Bohrung oder, dass wir die Poinger Fernwärme einkaufen.“

Im Oktober 2015 wurde daher ein Letter of Intent unterzeichnet. Zweck dieser Zusammenarbeitserklärung war es, herauszufinden, unter welchen Bedingungen Bayernwerk die Fernwärme in das Markt Schwabener Netz einspeisen könnte. Allerdings mussten die Vertragspartner nach Vorlage der wirtschaftlichen Berechnungen einvernehmlich feststellen, dass eine Kooperation zum gegenwärtigen Zeitpunkt und unter den aktuell gegebenen Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Das KUMS lieferte im Jahr 2015 ca. 3,3 GWh an ihre Fernwärmekunden. Mit dem Anschluss gemeinde­eigener Gebäude kann der Wärmeverkauf auf ca. 6 GWh ansteigen. Ein gemeinsames Konzept rechnet sich für die Bayernwerk Natur GmbH erst ab einer Abnahme durch das KUMS von 20 GWh pro Jahr. Diese Abnahmemenge muss ab dem Jahr 2026 durch das KUMS gesichert sein. Eine Menge, so die KUMS-Vorstände, die man aufgrund der bislang gemachten Erfahrungen und der geringen Abnahmebereitschaft der Anlieger derzeit nicht garantieren kann.

Für das bislang zögerliche Interesse der Markt Schwabener an der kommunalen Fernwärme gibt es mehrere Gründe. Der rapide Ölpreisverfall und die dadurch sehr niedrigen Energiekosten spielen sicher die größte Rolle. Da könne der Preis für die umweltfreundliche Fernwärme derzeit nicht mithalten. Auch die staatlichen Förderprogramme böten keinen Anreiz für eine Umstellung auf Fernwärme. So locke man beispielsweise mit dem 10.000-Häuser-Programm bei der Umstellung unprofitabler älterer Heizungen mit Zuschüssen, schließe aber ausgerechnet den Anschluss an die Fernwärme aus. „Unverständlich!“, befindet Bürgermeister Georg Hohmann. Michael Schumann und Christian Korhammer von Bayernwerk Natur bedauern die unter den aktuellen Vorzeichen noch nicht gegebene Umsetzbarkeit des Projekts. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“, so das Motto aller Beteiligten. Die im Rahmen des Letter of Intent erarbeiteten Ergebnisse wurden festgehalten. So können die Gespräche sofort wieder aufgenommen werden, wenn sich abzeichnet, dass in Markt Schwaben mit dem weiteren Ausbau der Fernwärmeleitungen das Interesse an einem Anschluss steigt.

Nun rückte neben der Geothermie das alternativ angedachte Hackschnitzelwerk wieder in den Fokus.

Stand heute:

Die erhaltenen Rückschlüsse waren nicht immer wie erhofft, haben das Projekt Fernwärme aber immer auch ein Stück vorangebracht und führen letztendlich zu einer wirtschaftlichen Lösung für die Marktgemeinde.

Jetzt zeichnet sich eine Umsetzungsmöglichkeit in Form einer Blockheizkraftwerk-Variante ab. Gleich mehrere sehr interessante Strategien zur eigenen Energieproduktion wurden bei der Marktgemeinderatssitzung am 12. April 2016 durch Oliver Berghammer, vom Büro SVB Berghammer in Moosbach, vorgestellt.

Überrascht hat der Ingenieur die Zuhörer mit einer „frischen und sehr interessanten Möglichkeit“, die aus dem KUMS-Verwaltungsrat kam und für die er kurzfristig noch bis in die Nacht recherchiert hatte: Eine Versorgung aus einem großen Blockheizkraftwerk auf Basis eines Stromdirektversorg­ungsmarktes. Die Anlage ist flexibel, kann also gegebenenfalls versetzt werden. Mit ihr sind sehr günstige fp-Werte von unter 0,5 zu erreichen. Weiterhin sind Zuschüsse über die garantierten Umlagen des KWKG 2016 abrufbar.

Für Vermarkter und Abnehmer ist die Energie aus dem BHKW attraktiv. Da ein Primärenergiefaktor weit unter 0,8 fp-Niveau erreicht wird, haben Bürger für ihre Immobilie Zugriff auf interessante För­derprogramme und Fördertöpfe des Bundes. Damit wird die Fernwärme von KUMS konkurrenz­fähig und das Interesse der Markt Schwabener an der „eigenen Fernwärme“ dürfte steigen. Unterm Strich sprechen viele Argumente für eine Energieerzeugung durch ein BHKW, ob als Dauer- oder als Interimslösung, für den Fall, dass sich Markt Schwaben mit genügend Energieabnehmern den Traum von der „Fernwärme aus Geothermie“ doch noch erfüllen kann.

Wie geht’s weiter?

In der Gemeinderatsitzung am 12.04.2016 wurde beschlossen, die jetzige Beschlussfassung „Hackschnitzelwerk“ ruhen zu lassen und stattdessen vorübergehend eine Versorgung mit BHKW und ggf. Pelletscontainer oder alternativ ein großes BHKW mit Stromdirektvermarktung anzustreben.
Fernwärmeleitungen im Straßennetz werden weiterhin verlegt, sofern diese aufgrund der vorliegenden Anschlussverträge rentabel sind.

 

 

Grossansicht in neuem Fenster: Fernwärmeleitung Stand 2015

 

Weitere Informationen:

Bernhard Wagner, Tel.08121/418-29

Martha Biberger, Tel. 08121/418-40

oder per e-mail an: kums@markt-schwaben.de

 

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